Wofür wir stehen - was wir machen

Eine Selbsthilfegruppe, wie unsere, ist keine medizinische Einrichtung, mit einem Arzt, es gibt keine Fachkraft als Gruppenleiter. Alle, die sich in unserer Gruppe treffen sind Betroffene.

Hilfe in der Selbsthilfe bedeutet auch nicht Heilung.
Hilfe bedeutet Entwicklung, nicht stehen bleiben, sondern Miteinander, gemeinsam einen Weg zu gehen, etwas zu verändern.

Allein zu sagen, NEIN, so möchte ich nicht mehr weitermachen, ich möchte mehr von meinem Leben, ich möchte mich nicht mehr nur zurückziehen oder Tag und Nacht über meine Probleme, Schmerzen und alles, was nicht mehr funktioniert, nachdenken. Ich brauche Ablenkung, neue Impulse – das ist Mut.

Wer sich angesprochen fühlt und gern vorbeikommen möchte, ist zu den Gruppentreffen oder zu unserem Jedermann-Café herzlich eingeladen. Wir sind eine offene Gruppe von chronischen Schmerzpatienten mit den unterschiedlichsten Schmerz-Ursachen.

Bei unseren regelmäßigen Treffen tauschen wir Erfahrungen aus, schauen, wie es dem Einzelnen geht.

Es geht es nicht darum, zusammen zu sitzen, Kaffee zu trinken und über unsere Situation und die Schmerzen zu klagen. Das tut auf Dauer niemandem gut.
Selbsthilfe ist viel mehr als nur das Negative – in unserem Falle wäre das -immer wieder den Schmerz – in den Vordergrund zu stellen.

Eins unserer Anliegen ist aber auch die Möglichkeit, untereinander Kontakt zu halten, der Isolation zu entfliehen, die eigenen Fähigkeiten neu zu entdecken und Spaß zu haben. Weihnachtsfeier, Grillnachmittag, Spielenachmittag, auch solche Aktivitäten möchten wir mit unserer Gruppe genießen.

Neben den Gruppentreffen organisieren wir Vorträge, Veranstaltungen, laden Referenten ein, sind in Kontakt mit dem Schmerztherapiezentrum Villingen Schwenningen, sowie auch mit der Rehaklinik Sonnhalde in Donaueschingen und werden vom Landratsamt unterstützt.

"Man verliert niemals seine Stärke. Manchmal vergisst man nur, dass man sie hat."

Schmerzen kennen kein Alter

Vielleicht hast du nicht jeden Tag Schmerzen, aber bist psychisch einfach unten, kannst nicht mehr richtig schlafen, oder du möchtest nur Kontakt zu Menschen, die deine Schmerzen nicht einfach abtun, die dir glauben, dich nicht belächeln, dir nicht sagen, du musst einfach mehr Sport treiben, dann wird das schon und dir nicht sagen das ist normal im Alter, damit müssen Sie leben.


Schmerzen betreffen Jung und Alt, Schmerz ist so vielfältig, die Diagnosen breit gefächert, doch eines haben wir alle gemeinsam, wir müssen unseren Alltag mit den täglichen Schmerzen bewältigen und oft noch mit depressiven Zeiten, Ängsten und auch Verzweiflung zurechtkommen.


Bei uns sind Menschen, die alle ähnliche Erfahrungen gemacht haben, hier wird zugehört, Mut zugesprochen, sowie gemeinsam nach alternativen Möglichkeiten und Unterstützung gesucht.
Niemand braucht sich erklären oder rechtfertigen, warum es ihm geht, wie es ihm geht, im Gegenteil, es ist ein Ort, wo du verstanden wirst und mehr bist als NUR der Schmerzpatient.


Keiner von uns Schmerzpatienten besteht nur aus Schmerz und Leid oder ist weniger wert als ein Mensch ohne Schmerz. Niemand muss sich klein machen. Jeder von uns hat Stärken, Fähigkeiten, Wünsche, Ideen, Dinge, die ihm Spaß machen –
Wir sind alle viel mehr als der Schmerzpatient, NUR das Wissen und Fühlen darum, geht manchmal verloren oder ist vergraben.

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"Kein Mensch kann dem anderen die ganze Last abnehmen. Aber er kann tragen helfen."

Selbsthilfe als Chance

Schmerz muss nicht der Feind sein oder bleiben. Er muss auch nicht unser Freund werden. Doch es ist möglich, ihn als Begleiter zu sehen und mit ihm zu leben.
Das ist nicht von heute auf morgen schaffbar.

Es ist ein Prozess und braucht Zeit – Zeit sich mit der eigenen aktuellen Situation auseinanderzusetzen, den Gedanken oder die Tatsache zu akzeptieren, dass ich mit Schmerzen leben werde und meinen Alltag, mein Leben anpassen muss.

Die Trauer darüber, dass Dinge nicht mehr gehen, die vorher kein Problem waren, hat genau hier Raum, darüber zu reden, sie zu spüren, sind eigentlich fast eine Grundvoraussetzung, um wieder neu nach vorn schauen zu können.

Und ein neuer Weg, vielleicht langsamer und komplett anders, muss nicht schlechter sein, es kommt immer darauf an, welche Sicht ich auf die Dinge habe und welche Erwartungen.



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